Die Baufinanzierung gehört für viele Hausbesitzer zu den größten finanziellen Verpflichtungen im Leben. Doch was viele nicht wissen: Auch laufende Immobilienkredite lassen sich optimieren. Eine Umschuldung der Baufinanzierung kann tausende Euro sparen – wenn der Zeitpunkt stimmt. Doch wann lohnt es sich wirklich, die Baufinanzierung umzuschulden?
Beim Umschulden einer Baufinanzierung wird ein bestehendes Immobiliendarlehen ganz oder teilweise durch ein neues Darlehen mit besseren Konditionen ersetzt. Ziel ist es, von niedrigeren Zinsen, besseren Laufzeiten oder flexibleren Rückzahlungsoptionen zu profitieren.
Der ideale Zeitpunkt für eine Umschuldung ist das Ende der Zinsbindungsfrist. Nach 10, 15 oder 20 Jahren läuft diese häufig aus. Dann kann der Kredit ohne Vorfälligkeitsentschädigung abgelöst werden. Gerade in diesem Moment lohnt sich ein umfassender Zinsvergleich, da selbst kleine Zinsunterschiede enorme Auswirkungen auf die Gesamtkosten haben.
Viele Kreditnehmer wissen nicht, dass sie gemäß §489 BGB ihre Baufinanzierung nach 10 Jahren jederzeit kündigen können, selbst wenn die Zinsbindung länger läuft. Die Kündigungsfrist beträgt lediglich sechs Monate. Dieses Sonderkündigungsrecht macht eine Umschuldung auch mitten in der Laufzeit attraktiv – insbesondere bei deutlich gesunkenen Zinsen.
Ein klarer Grund für die Umschuldung ist ein günstigeres Marktzinsniveau. Liegt der aktuelle Zinssatz deutlich unter dem bestehenden Kredit, kann sich eine Umschuldung lohnen – selbst unter Berücksichtigung möglicher Kosten. Als Faustregel gilt: Bereits 0,5 bis 1 Prozentpunkte Zinsersparnis können mehrere zehntausend Euro Unterschied ausmachen.
Eine Umschuldung ist nicht nur wegen der Zinsen sinnvoll. Auch veränderte Lebensumstände spielen eine Rolle: höheres Einkommen, Familienzuwachs oder der Wunsch nach schnellerer Entschuldung. Durch eine Umschuldung lassen sich Ratenhöhe, Laufzeit und Tilgung neu anpassen und langfristig optimieren.
Steht das Ende der Zinsbindung erst in einigen Jahren an, kann ein Forward-Darlehen sinnvoll sein. Damit sichern Sie sich die heutigen Zinsen für die Zukunft und schützen sich vor steigenden Zinssätzen.
Eine Baufinanzierung umzuschulden lohnt sich vor allem bei auslaufender Zinsbindung, niedrigeren Marktzinsen oder veränderten finanziellen Zielen. Entscheidend ist eine individuelle Berechnung, die Zinsen, Restschuld und mögliche Kosten berücksichtigt.
👉 Tipp: Eine unabhängige Beratung hilft dabei, die beste Entscheidung zu treffen und langfristig Geld zu sparen.